Forschung

Therapie, die weiterdenkt

Gute Therapie hat eine lange Geschichte – und eine offene Zukunft. Wir nehmen bewährte Konzepte, hinterfragen sie und überführen sie in die heutige Zeit: dorthin, wo die Alltagsprobleme und medizinischen Fragen von heute liegen. Und wir entwickeln Physio- und Ergotherapie technologisch weiter – mit digitalen Konzepten, die Versorgung besser, bezahlbarer und qualitativ hochwertiger machen. Nicht im Labor irgendwo, sondern dort, wo Therapie stattfindet: in der Praxis. Und wir forschen auch für die Therapeutinnen und Therapeuten selbst – wie ihr Arbeitsalltag gesünder werden kann. Unser erstes Projekt dazu: MotionThumb, direkt hier unten.

„Dem Anwenden muss das Erkennen vorausgehen.“

Max Planck · Physiker & Nobelpreisträger
Läuft gerade

Anwendungsbeobachtung Daumengelenk – Teilnehmende gesucht

Wir suchen Physiotherapeut:innen mit Beschwerden im Daumengelenk, die über sechs Wochen eine individuell berechnete Handform anwenden und uns wöchentlich kurz zurückmelden. Keine Kosten, Aufwand wenige Minuten pro Woche.

Therapeuten-Gesundheit

MotionThumb – von Therapeuten, für Therapeuten

Manuelle Therapie ist Schwerstarbeit für den Daumen: Bei jedem Pinzettengriff wirkt auf das Daumensattelgelenk das 10- bis 12-Fache der eingesetzten Kraft – aus 5 kg am Behandlungstisch werden 50 bis 60 kg im Gelenk. Die häufigen Folgen: Dauerspannung im Daumenballen, Rhizarthrose, im schlimmsten Fall der vorzeitige Abschied aus dem Beruf – etwa jede:r sechste Physiotherapeut:in wechselt wegen arbeitsbedingter Beschwerden das Arbeitsfeld oder verlässt den Beruf (Quelle: Cromie et al., 2000, Physical Therapy).

MotionThumb ist unsere Antwort: eine individualisierte Handauflage, die aus einer fotografischen Formanalyse der eigenen Hand berechnet wird. Sie führt das Gelenk in seine stabilste Stellung, übernimmt die statische Haltearbeit der Muskulatur und ist dort weich, wo Nerven verlaufen – Prävention, die an der Biomechanik ansetzt statt am Symptom.

10–12×der eingesetzten Kraft wirken auf das Daumensattelgelenk
2026Praxis-Beobachtung mit Berufsverbänden in Deutschland, Österreich und der Schweiz
12 Wochenstrukturierte Anwendung & Dokumentation

Ehrlich gesagt: Bisher haben wir eine dokumentierte Einzelfallbeobachtung – uns zu wenig. Darum starten wir 2026 eine strukturierte Praxis-Beobachtung mit Berufsverbänden, um erstmals eine echte Datengrundlage unter Praxisbedingungen aufzubauen. Keine Zulassungsstudie, kein Wirksamkeitsversprechen – sondern der erste saubere Schritt.

MotionThumb wird von der KookyBrain GmbH entwickelt und vertrieben – Bestellung und Beratung laufen über deren Shop.

Illustration: Hände in Balance – MotionThumb, die individualisierte Handauflage

So sieht sie aus: die Handauflage aus der morphometrischen Formanalyse – keine Konfektionsware, sondern für jede Hand individuell errechnet: Aus einem einzigen Foto der Hand bestimmen unsere Algorithmen die persönliche Form – die Handkontur wird mathematisch beschrieben (Elliptische Fourier-Analyse), die Gelenkachsen werden automatisch erkannt (Landmarken-Identifikation) und die Anatomie per Prokrustes-Transformation in die optimale Stellung überführt. Die Daumenmulde führt das Sattelgelenk in die Closed-Packed-Position – die therapeutische C-Position mit 38°–46° Abduktion, in der die Gelenkflächen ihre maximale Deckung erreichen und die Last über die stabile Knochenkette läuft statt über Kapsel und Bänder. Die palmare Abstützung schützt Daumenmittel- und -endgelenk vor der Hyperextension, und die formschlüssigen Fingermulden übernehmen die statische Haltearbeit der Muskulatur – die Durchblutung im Daumenballen bleibt erhalten. Ausführlich hergeleitet in den wissenschaftlichen Grundlagen (Abschnitte I–III).

Illustration: MotionThumb-Handauflage von vorne mit Daumen- und Fingermulden
Von vorne: Daumenmulde – Führung des Sattelgelenks in die C-Position (38°–46° Abduktion)
Illustration: MotionThumb-Handauflage von hinten mit Fingermulden für den Übergriff
Von hinten: formschlüssige Fingermulden für den Übergriff – die Auflage übernimmt die statische Haltearbeit
Produktentwicklung

Das modulare Therapiebrett – eine Basis, viele Therapien

Die Idee ist einfach – und genau deshalb stark: ein Brett als Basis, darunter austauschbare Halbkugel-Module mit unterschiedlichen Radien. Der Radius bestimmt, wie stark die Fläche kippt, und macht die Instabilität präzise dosierbar: großer Radius für den behutsamen Einstieg, kleiner Radius für Fortgeschrittene. So wächst ein und dasselbe Werkzeug mit seinen Aufgaben – von der Rückenschulung bis zur Sport-Rehabilitation.

Im Sitzen (Füße am Boden) fordert die instabile Fläche die tiefe, gelenknahe Rumpfmuskulatur – der Ansatz der segmentalen Stabilisation, der sich gerade bei lumbaler Instabilität bewährt hat (O'Sullivan et al., 1997, Spine). Weil der Beckenboden synergistisch mit der tiefen Bauchmuskulatur arbeitet (Sapsford & Hodges, 2001, Arch Phys Med Rehabil), lässt sich das Brett auch ins Beckenbodentraining einbauen. Wer dazu die Augen schließt, nimmt dem Gleichgewichtssystem den Sehsinn – die Tiefensensibilität muss übernehmen, aus dem Sitzbrett wird propriozeptives Training. Und über Arme (festhalten, frei, mitarbeiten) und Füße (am Boden, angehoben) lässt sich die Anforderung fein abstufen: vom gezielten Rumpf-Fokus bis zur Ganzkörper-Koordination.

Im Stehen wird daraus klassisches Gleichgewichtstraining: Balance-Board-Programme senkten in einer prospektiven Studie das Risiko erneuter Sprunggelenks-Verletzungen im Sport (Verhagen et al., 2004, Am J Sports Med) und Gleichgewichtsübungen sind fester Bestandteil wirksamer Sturzprävention für ältere Menschen (Sherrington et al., 2019, Cochrane Database Syst Rev).

1 Basisein Brett, austauschbare Halbkugel-Module
Radius = Dosisder Kugelradius bestimmt den Schwierigkeitsgrad
Sitzen & Stehenvom Beckenboden- bis zum Gleichgewichtstraining

Status: Konstruktionsphase – die Abbildungen zeigen das aktuelle Entwurfsmodell. Als Nächstes entstehen Prototypen, die wir in der eigenen Praxis erproben, bevor wir über konkrete Anwendungen sprechen. Kein fertiges Produkt, kein Wirkversprechen – sondern ein Werkzeug, das mit der Praxis entwickelt wird.

Illustration: Das modulare Therapiebrett von der Seite – Brett auf Halbkugel-Modul Illustration: Das modulare Therapiebrett von unten – Halbkugel-Modul in der Brettmitte
Das Forschungsteam

KookyBrain – gesundheitsinnovative Entwicklung

SaluNova ist die 100%ige Tochter der KookyBrain GmbH. Was dort erforscht wird, kommt bei unseren Klientinnen und Klienten an – und was wir in der Praxis beobachten, fließt zurück in die Forschung. Ein Kreislauf, der beide Seiten besser macht. Kreativ, neugierig und bereit, über den Tellerrand hinauszuschauen.

MotionThumbTherapie-WerkzeugeKursmodelleEvidenzbasierte PraxisVerbandsarbeit